Elbbrücke: Unsere Forderung nach der Ostvariante ist erfüllt

26.10.2026

Der Bund hat die bestandsnahe Ostvariante für die neue Elbquerung bestätigt. Damit ist unsere Forderung nach einer neuen Straßenbrücke östlich der bestehenden Brücke erfüllt. Die CDU Lauenburg begrüßt die am 22. Oktober öffentlich vorgestellte Entscheidung. Jetzt müssen die offenen Fragen verbindlich geklärt und die nächsten Planungsschritte zügig angegangen werden.

Danke für die Beteiligung

Unser Dank gilt der Hitzler Werft und allen Bürgerinnen und Bürgern, die ihre Erfahrungen, Hinweise und Bedenken eingebracht haben. Die Beteiligung hat etwas bewirkt: Ergänzende Untersuchungen zur Verkehrsqualität und zu möglichen Beeinträchtigungen des Werftbetriebs gaben den Ausschlag zugunsten der Ostvariante.

Die Risiken für den Schiffbau und die Arbeitsplätze am Standort durften nicht nur am Rand betrachtet werden. Die Ostvariante wird hinsichtlich der Risiken für den Werftbetrieb günstiger bewertet als die Westvariante. Das ist ein wichtiger Grund für unsere Zustimmung – die erforderlichen Schutzmaßnahmen während Bau und Betrieb bleiben dennoch eine Aufgabe der weiteren Planung.

Mit der Variantenentscheidung ist ein wichtiger Schritt geschafft. Sie ersetzt aber weder die konkrete Entwurfsplanung noch die erforderlichen Genehmigungsverfahren.

Bahnhof und Wege gut anbinden

Auf der neuen Straßenbrücke ist eine Radverkehrsverbindung bereits vorgesehen. Entscheidend ist deshalb nicht mehr allein, dass ein neuer Radweg entsteht, sondern wie er Hohnstorf, den Lauenburger Bahnhof und die Stadt miteinander verbindet.

Wir erwarten eine durchgängige, sichere und barrierefreie Verbindung für Fußgänger und Radfahrer. Die gemeinsame Nutzung, ausreichende Breite und alltagstaugliche Anschlüsse müssen verbindlich geklärt werden. Dabei sind auch Menschen mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen zu berücksichtigen.

Für den motorisierten Verkehr hat die Landesregierung bereits erläutert, dass eine direkte Bahnhofsanbindung von der neuen Bundesstraße bei östlicher Trassenlage wegen der Höhenlage und der beengten Platzverhältnisse nicht möglich ist. Die Zufahrt über die Hafenstraße und die bestehende Kanalbrücke bleibt bestehen.

Gerade deshalb verlangen wir ein nachvollziehbares Verkehrskonzept: Wie erreichen Menschen aus Hohnstorf künftig den Bahnhof? Welche Wege ergeben sich für Busse, Autos und Rettungsdienste? Eine verbleibende Zufahrt allein beantwortet noch nicht die Frage nach einer guten Anbindung.

Hohnstorfs Belastungen ernst nehmen

Auch die Nachteile der Ostvariante müssen offen angesprochen werden. Die Planungsunterlagen dokumentieren Hinweise auf größere Eingriffe in Wohngebäude als bei der Westvariante sowie auf längere Rettungswege.

Wir erwarten frühzeitige Gespräche mit den Betroffenen, möglichst geringe Eingriffe in Grundstücke und wirksame Schutzmaßnahmen. Die Erreichbarkeit Hohnstorfs und verlässliche Rettungswege müssen während der Bauzeit ebenso wie im späteren Betrieb gesichert sein. Eine gute Lösung für Lauenburg muss die Folgen auf der anderen Elbseite mitdenken.

Alte Brücke und Kosten klären

Der Neubau ersetzt die Straßenverbindung. Die bestehende Brücke gehört der Deutschen Bahn und soll als Eisenbahnbrücke weitergenutzt werden. Für den Straßenverkehr bleibt sie bis zur Fertigstellung der neuen Verbindung von entscheidender Bedeutung.

Wir fordern eine aktuelle, verständliche Darstellung des Bauwerkszustands, der erforderlichen Erhaltungsmaßnahmen und der Risiken für die weitere Nutzung. Dazu gehört ein Vorsorgekonzept für zusätzliche Einschränkungen – nicht nur bis zu einem möglichen Baustart, sondern bis zur tatsächlichen Verkehrsfreigabe des Neubaus.

Auch die Kosten müssen nachvollziehbar sein. Wir erwarten eine aktualisierte Wirtschaftlichkeitsbetrachtung, die Neubau, Erhaltung des Bestands und die Instandsetzung des vorhandenen Gehwegs berücksichtigt. Dabei muss erkennbar werden, welche Kosten tatsächlich entstehen und wie sie sich auf Bund, Bahn und gegebenenfalls Kommunen verteilen. Unterschiedliche Zuständigkeiten dürfen den Blick auf eine insgesamt sinnvolle Lösung nicht verstellen.

Kurze Wege erhalten

Die CDU Lauenburg fordert, eine weitere Nutzung der bestehenden Elbbrücke für Fußgänger und Radfahrer ergebnisoffen zu prüfen. Wenn sich dort eine sichere und dauerhaft tragfähige Verbindung erhalten oder herstellen lässt, sollte dieser Vorteil für die Anbindung Hohnstorfs genutzt werden.

„Die Zustimmung zur Ostvariante bedeutet nicht, dass wir auf kurze Wege zwischen Hohnstorf, dem Lauenburger Bahnhof und der Innenstadt verzichten wollen. Mir erschließt sich bislang nicht, warum die bestehende Verbindung künftig entfallen soll, wenn sie technisch und wirtschaftlich sinnvoll weitergenutzt werden kann“, sagt Ortsvorsitzender Darius Brackmann.

„Wir erwarten eine nachvollziehbare Gegenüberstellung: Welche Wege entstehen für die Menschen, welche Kosten fallen insgesamt an und wer trägt sie? Eine Lösung darf nicht allein deshalb ausscheiden, weil die Rechnung bei einem anderen öffentlichen Träger landet. Unterschiedliche Zuständigkeiten von Bund, und Bahn dürfen nicht zulasten einer guten Verbindung gehen.“

Die Prüfung soll die sichere Nutzung, Barrierefreiheit, laufende Unterhaltung und mögliche spätere Arbeiten an der Bahnbrücke einbeziehen. Sie darf den dringend benötigten Straßenneubau nicht verzögern.

Zeitplan offenlegen und beschleunigen

Der LBV.SH nennt 2029 als derzeitiges Ziel für die Fertigstellung des gemeinsamen Vorentwurfs von Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Ein Baubeginn ist nach ergänzender Auskunft der Behörde nicht vor 2031 zu erwarten. 2031 ist damit weder ein Fertigstellungstermin noch ein verbindlich zugesagter Baustart.

Wir erwarten einen veröffentlichten Meilensteinplan mit klaren Zuständigkeiten, Zwischenzielen und regelmäßigen Informationen über Fortschritte und Terminrisiken. Möglichkeiten zur Beschleunigung – etwa durch parallele Bearbeitung geeigneter Planungsschritte, digitale Abstimmung, standardisierte Bauteile und Vorfertigung – sollen frühzeitig geprüft werden. Notwendige Prüfungen und Beteiligungsrechte dürfen dabei nicht unter die Räder kommen.

Die Ostvariante steht fest. Jetzt müssen gute Anschlüsse, der Schutz der Betroffenen und eine verlässliche Verbindung bis zur Inbetriebnahme folgen. Daran werden wir die weitere Planung messen.

Weitere Planungsunterlagen und Informationen veröffentlicht der LBV.SH auf seiner Projektseite zur Elbquerung Lauenburg.