Der Bau- und Planungsausschuss hat sich am 5. Oktober ausführlich mit der erweiterten Fußgängerzone an der Alten Wache und den dazu vorgebrachten Bedenken befasst. Für die Fußgängerzone ist der weitere Weg klar: Sie wird im neuen Jahr anhand nachvollziehbarer Kriterien auf ihre Wirksamkeit bewertet. Die CDU-Fraktion unterstützt dieses Vorgehen ausdrücklich. Wir wollen der neuen Gestaltung Zeit geben, die geäußerte Kritik ernst nehmen und anschließend auf einer belastbaren Grundlage entscheiden.
Seit dem 6. Juli 2026 ist die Fußgängerzone in der Alten Wache bis zum Askanierring erweitert. Die Zufahrt ist grundsätzlich dem Lieferverkehr in festgelegten Zeitfenstern vorbehalten. Die Umgestaltung wird in der Stadt kontrovers diskutiert: Kritisch gesehen werden vor allem die Erreichbarkeit der Geschäfte und medizinischen Angebote, die weggefallenen Parkplätze sowie mögliche Auswirkungen auf die umliegenden Straßen. Rund 1.800 Menschen haben eine entsprechende Unterschriftensammlung unterstützt. Diese Rückmeldungen nehmen wir ernst.
Sofortmaßnahme: Beschilderung „Am Vorwerk“ wird geprüft
Als erste konkrete Maßnahme wurde verabredet, dass die Verwaltung die Beschilderung in der Straße „Am Vorwerk“ prüft und dort bei Bedarf eine Sackgassenbeschilderung ergänzt. Damit soll verhindert werden, dass Einfahrende immer wieder erst vor der Apotheke bemerken, dass sie nicht weiterkommen, und dort wenden müssen. Dabei ist in der Vergangenheit bereits Sachschaden entstanden.
Diese Punkte sind für die Bewertung entscheidend
Im Ausschuss wurde verabredet, dass bei der Bewertung im neuen Jahr insbesondere folgende Fragen im Mittelpunkt stehen:
- Parken: Gibt es im Umfeld ausreichend Parkplätze, und wie sind sie tatsächlich ausgelastet?
- Ladezeiten: Passen die Ladezeiten zu den Bedürfnissen der Betriebe und Anwohner in der Altstadt?
- Barrierefreiheit: Stehen ausreichend Parkmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen zur Verfügung?
- Aufenthaltsqualität: Wird der gesamte Bereich so aufgewertet, dass sich Menschen dort gern aufhalten?
- Belebung: Ist eine Mehrnutzung der Innenstadt erkennbar?
- Ansiedlung: Welche Ideen gibt es, um neue Geschäfte in die Innenstadt zu holen?
Wer feststellt, dass die derzeitigen Ladezeiten für seinen Betrieb, seine Praxis oder seinen Haushalt nicht passen, ist ausdrücklich eingeladen, sich bei der Stadtverwaltung zu melden. Jede konkrete Rückmeldung hilft, die Regelung bei Bedarf passgenau anzupassen.
„Wir wollen eine lebendige Oberstadt, und dafür war die Erweiterung der Fußgängerzone ein Baustein. Ob sie wirkt, entscheiden wir aber nicht nach Bauchgefühl, sondern anhand klarer Kriterien“, erklärt CDU-Ortsvorsitzender Darius Brackmann. „Wenn die Auswertung zeigt, dass wir nachsteuern müssen, dann tun wir das.“
Teil eines größeren Konzepts
Die Fußgängerzone ist keine isolierte Verkehrsmaßnahme. Sie gehört zur städtebaulichen Entwicklung des Sanierungsgebietes „Ortskern Oberstadt“. Das zugrunde liegende Konzept hat das Ziel, bauliche, funktionale und strukturelle Defizite zu beheben und die Oberstadt langfristig zu beleben. Im Umfeld wurden dafür bereits mehrere Bausteine umgesetzt, weitere sind in Planung:
- Das ehemalige Hotel Stappenbeck wurde zum modernen Medienzentrum mit Stadtbücherei, Stadtarchiv und Stadtcafé umgebaut. Es soll als Anziehungspunkt für die Oberstadt wirken.
- Rund um die Bücherei sind die Lesegärten als öffentlich zugänglicher Ort der Begegnung entstanden.
- Mit „Lauenburg ärgere dich nicht“ gibt es eine kostenfrei nutzbare Spielfläche, die zum gemeinsamen Spielen und zum Gespräch einlädt.
- Geplant sind die Sanierung des Löwenbrunnens und Verbesserungen am Askanierring.
- Außerdem soll das Gebäude, in dem sich derzeit Woolworth befindet, abgerissen werden. So entsteht Freiraum für eine Neuordnung und für neue Geschäfte und Gebäude in zentraler Lage.
All diese Maßnahmen verfolgen ein gemeinsames Ziel: Die Innenstadt soll nicht nur ein Ort zum Einkaufen sein, sondern ein gut erreichbarer Raum für Begegnung, Kultur, Dienstleistungen und Freizeit.
Erfahrungen auch für andere Bereiche nutzen
Die Ergebnisse der Bewertung sollen nicht nur über die Zukunft der Alten Wache entscheiden. Sie sollen zugleich als Grundlage dienen, wie die Stadt in anderen Bereichen der Innenstadt vorgeht. So wird aus der Alten Wache ein belastbarer Erfahrungsschatz für die weitere Stadtentwicklung.
Offen für Korrekturen
Kommunalpolitik muss Entscheidungen treffen, deren volle Wirkung sich nicht immer im Voraus absehen lässt. Verantwortlich zu handeln heißt deshalb auch, die tatsächlichen Folgen zu beobachten, Rückmeldungen aufzunehmen und bei Bedarf nachzusteuern. Unser Ziel bleibt eine lebendige und wirtschaftlich starke Innenstadt, die gut erreichbar ist und in der sich Menschen gern aufhalten.

Empfehlen Sie uns!